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Maßnahmen für den Gottesdienst

Corona: Gelassen bleiben, aber Aspekte im Gottesdienst anpassen

RyanJLane/istockphoto.comProtestanten und Katholiken haben unterschiedliche Auffassungen vom AbendmahlAuf einen Gemeinschaftskelch sollte beim Abendmahl wegen der Ansteckungsgefahr verzichtet werden

„Wir sollten weder mehr Panik verbreiten, noch sollten wir leichtfertig handeln“, rät die Gottesdienst-Referentin Doris Joachim im Hinblick auf den Corona-Virus. Dabei richtet sie sich an die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden. Pfarrerin Joachim empfiehlt nun detaillierte Maßnahmen für Gottesdienst und Abendmahl.

Nahezu leergeräumte Nudelregale in den Supermärkten lassen darauf schließen, dass viele Menschen besorgt sind wegen des Corona-Virus. Pfarrerin Doris Joachim vom Referat Gottesdienst im Zentrum Verkündigung der EKHN greift die Sorge auf. In einer Rund-Mail am Freitag, 6. März, äußert sie sich: „Die Angst vor dem neuen Coronavirus ist groß, auch wenn man sagen könnte, dass am Grippevirus zurzeit mehr Menschen sterben. Aber beide Viren sind zurzeit gleichzeitig unterwegs.“ Darum sei ein sorgsamer Umgang mit den Menschen auch in den Gottesdiensten wichtig. Die Pfarrerin rät den Verantwortlichen in Kirchengemeinden, dass „wir weder noch mehr Panik verbreiten sollten, noch sollten wir leichtfertig handeln.“ Die EKHN hatte bereits in einer Mitteilung auf die wichtigsten Vorsorge-Maßnahmen hingewiesen und in einem Themen-Special ergänzt. Nun informiert die Gottesdienst-Referentin über detaillierte Empfehlungen:

 

Maßnahmen für den Gottesdienst  

  • Vorübergehend auf den Friedensgruß per Handschlag oder das Anfassen zum Entlass-Segen verzichten.
  • Vorübergehend auf den Gemeinschaftskelch verzichten und nur Einzelkelche verwenden.
  • Von einer Intinctio (Eintauchen der Hostie in den Kelch) rate ich grundsätzlich ab. Das Eintauchen einer Hostie, die zuvor in den Händen gehalten wurde, ist wahrscheinlich nicht hygienischer als ein Gemeinschaftskelch.
  • Vorübergehend auf Kelche überhaupt verzichten und nur das Brot reichen. Im Brot ist "der ganze Christus enthalten".
  • Aber auch die Austeilung von Brot/Hostien bedeutet Kontakt über Hände. Es könnte überlegt werden, dass die Teilnehmenden den Korb/die Patene/einen großen Teller mit Brot hingehalten bekommen und sich selbst das Brot nehmen. Dann müssten die Stücke weit genug auseinanderliegen, sodass nicht mehrere Stücke gleichzeitig berührt werden können. Das stelle ich mir nicht ganz leicht vor. Aber vielleicht gibt es kreative Lösungen? Das geht sicher am besten mit "richtigem" Brot, also nicht mit Hostien, die übereinander liegen. Übrigens: Dass sich die Teilnehmenden das Brot selbst nehmen, kann durchaus mit den Einsetzungsworten begründet werden. Jesus gab ihnen das Brot und sprach: Nehmt und esst…
  • Bedenkenswert wäre, vorübergehend komplett auf die Feier des Abendmahls zu verzichten. Auf diese Weise müssen Gottesdienstbesuchende keine Entscheidung treffen, ob sie teilnehmen oder ob sie nicht teilnehmen. Das kann gerade für solche Menschen eine Entlastung sein, denen die Mahlfeier am Herzen liegt, sie aber aus Angst vor dem Virus an einer angeboten Mahlfeier nicht teilnehmen und dabei ein schlechtes Gewissen gegenüber Gott haben.

 

Verbales und Visuelles in den Vordergrund rücken

Die Gottesdienst-Referentin erklärt in der Mitteilung: „Ein Gottesdienst ohne Abendmahlsfeier ist ein vollwertiger Gottesdienst.“ Dabei verweist sie auf den liturgischen Wegweiser. Auch ohne Abendmahl könne die Gemeinschaft mit Gott und untereinander dargestellt werden. Dies wäre dann für eine gewisse Zeit weniger leiblich. Pfarrerin Joachim regt an: „Vielleicht lassen sich andere Formen der Gemeinschaft unter den Menschen finden, die `die Herzen in die Höhe´ bringen und uns als Christinnen und Christen in der Gemeinschaft vor Gott Hoffnung und Zuversicht geben: über das Wahrnehmen durch die Augen oder durch Worte, die man sich gegenseitig ohne Berührung sagen kann.“

Referentin Joachim ermutigt Kirchengemeinden, neue Gestaltungsformen zu entwickeln. Dabei wäre sie interessiert, von den Formen und Erfahrung vor Ort zu erfahren (zum Kontakt).  

 

Gelassen bleiben und verantwortungsvoll handeln

„Wichtig wäre es, das alles unaufgeregt der Gemeinde zu erläutern als Vorsorgemaßnahme, die nur vorübergehend nötig erscheint“, empfiehlt Pfarrerin Joachim. Auf ein Händeschütteln zur Begrüßung und Verabschiedung würde sie für eine Weile verzichten. Sie begründet ihre Haltung: „Als Pfarrpersonen haben wir Verantwortung auch dafür, dass wir Menschen nicht in Verlegenheit bringen und auch dafür, eine Ausbreitung der Viren nicht zu beschleunigen.“

 

Segen für alle, die Verantwortung in Gottesdienst und Gemeinde tragen

Und neben dem Virus gebe es zudem weitere Dinge, die viele Menschen mit Sorge wahrnähmen:  Die rechte Gewalt und das Leid an der griechisch-türkischen Grenze und vieles mehr. Die Pfarrerin signalisiert Beistand: „Das kann uns leicht entmutigen oder überwältigen. Darum: Bleiben Sie behütet in dieser Zeit, gestärkt durch Gottes Segen.“

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