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Die tollen Tage und die Zeit danach

Die tollen Tage sind auf dem Höhepunkt. Während die einen in den Ferien sind, feiern die anderen: ausgelassen sein, Lebensfreude, Alltag vergessen, singen, tanzen. Das alles gehört dazu und natürlich das Verkleiden: Sich Schminken, sich Kostümieren, ein völlig neues Outfit anlegen. Einmal in eine andere Rolle schlüpfen, über mich hinauswachsen, mich ausprobieren, meine Identität erweitern, mich einmal außerhalb der festgeschriebenen Rolle und Verhaltensmuster bewegen. Und so feiern sie zusammen: ob Lehrerin, Hausfrau oder Hausmann, Bürgermeister, Pfarrer, Verkäuferin, LKW- Fahrer. Sie alle sind verbunden durch die Lieder, die Tänze, die helau- oder alaaf Rufe. Auch wenn nicht jede oder jeder ein Karnevalist ist, die fünfte Jahreszeit insbesondere hier bei uns bedeutet vielen Menschen sehr viel, ist wichtig.
Vielleicht sind Sie jetzt überrascht. Schon im Neuen Testament wird vom Verkleiden gesprochen. Paulus spricht davon, dass ihr ein anderes Gewand angezogen habt. Oft sind wir festgelegt durch unseren Beruf, unsere Rolle durch fest eingeübte Denk- und Verhaltensmuster. So wie wir diese im Karneval aufbrechen, erinnert Paulus daran, dass Gott jeder und jedem die Möglichkeit gibt, auszusteigen, ein anderes Gewand anzuziehen, eine andere Rolle zu übernehmen. Oft stecke ich in einer Sackgasse, kann nicht mehr auf den anderen oder die andere zugehen, komme nicht mehr raus aus meiner Wut und Enttäuschung oder Verletzung. Hier bietet Gott das andere Gewand an. Er nimmt mich so an wie ich bin, er traut mir einen neuen Anfang zu, er glaubt an mich. Mir gefällt der Gedanke: wenn ich mich nach Aschermittwoch mal wieder festgefahren habe in Ängsten oder Denkweisen oder Vorurteilen, dann einfach die alten Klamotten ablegen, mich von Gott neu einkleiden lassen und unbeschwert und erwartungsvoll auf die und den andern zugehen.
Der Karneval leitet die lange Fastenzeit ein und gibt noch einmal die Möglichkeit, richtig zu feiern und sich auszutoben. Eine gesunde Lebensweise hat viele Facetten. Feiern, fröhlich sein, trinken und essen ist eine. Die andere ist aber genauso wichtig: einmal innehalten, auf Dinge verzichten, mich  bezähmen, mir nicht alles gönnen. Mir ist es wichtig, dass in meinem Leben beide Lebensweisen, vorkommen. Ja, jetzt fröhlich feiern und in den darauf folgenden Wochen fröhlich fasten, auf Dinge verzichten, alte Gewohnheiten und Gewänder zur Seite legen, freier werden.
Beides gehört zusammen: Ich freue mich auf die tollen Tage und die Zeit danach.

Wolfgang Weik, Evangelische Kirchengemeinde Ransbach-Baumbach-Hilgert

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