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Corona an Ostern

Dieses Jahr ist alles anders. „Was glaubst du, wie lange die Kontaktsperre noch geht?“, frage ich einen alten Bekannten beim Bäcker. „Weiß nicht, aber bestimmt bis nach Ostern!“ Nebenbei: Er ist vor zwei Tagen Vater geworden, darf aber nicht mehr zu Frau und Baby ins Krankenhaus und versorgt stattdessen ohne großelterliche Hilfe die zwei Großen zuhause.

Bis nach Ostern sollte das „Social Distancing“ noch mindestens andauern, sagen Mediziner.
Mit Harald Lesch (ZDF, Leschs Kosmos vom 24.3.2020) freue ich mich darüber, dass in der Krise auf die Naturwissenschaftler gehört wird. Das Wort von Drosten und Co. hat Gewicht, wird wahr- und ernstgenommen — und Politiker treffen harte Entscheidungen, weil es wissenschaftlich geboten, sprich: vernünftig ist.

Und mittendrin dann in der Krise: Karfreitag und Ostern. Jesus stirbt einen gewaltsamen Tod - die Welt entledigt sich seiner auf grausame Art und Weise. Der Mann birgt zu viel Sprengstoff und muss weg, da sind sich geistliche Elite und Besatzer einig. Für die Jünger*innen ein furchtbares, nicht nachvollziehbares Ereignis. Sie verkriechen sich in den Häusern mit ihrer Trauer, Verzweiflung und Angst ums eigene Leben. Klingt bekannt?

Dann kommt Ostern - für Naturwissenschaftler heute wohl der schwerste Brocken am christlichen Glauben. Auferstehung? Ernsthaft? Da stößt der wissenschaftlich denkende Neuzeitmensch an die Grenze des Erklär- und Erforschbaren. Eine Einmaligkeit - nicht beweisbar, nicht rekonstruierbar, nicht belegbar. Trotzdem wahr?

„Not lehrt Beten“ - diesen Spruch aus Omas Zeiten habe ich in den letzten Wochen häufiger gehört. Und es stimmt: Wo ich Angst habe, aktuell bei Corona nicht mal so sehr um mich und die eigene Gesundheit, vielmehr um Freunde mit Vorerkrankungen, Eltern und Schwiegereltern; jetzt, wo die Bedrohung real und Leben gefährdet sind, ist Beten das Naheliegende.

Da ist etwas zwischen Himmel und Erde, zwischen Schöpfer und Geschöpf, da kommen wir nur vertrauend, glaubend dran. Und selbst dann ist es nicht zu begreifen und festzuhalten, einmal und dann für immer. Wie die Jahreslosung es ausdrückt, liegen Glaube und Zweifel eng beieinander: „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Mk 9,24

Über das historisch Wahrscheinliche, chemisch und physikalisch Nachweisbare hinaus darf ich glauben, dass Jesus auferweckt wurde, und dass der biologische Tod auch nicht das Ende unseres Daseins ist. Ich darf vertrauen, dass ich aufgehoben bin. Ein während der Krise ebenfalls vielzitiertes Bibelwort ist „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost ich habe die Welt überwunden.“ Joh 16,33

Wissenschaft und logisches Denken, Nachprüfen und Experimentieren, verifizieren und falsifizieren sind gut. Es hilft, die grassierenden Verschwörungsideologien als das zu identifizieren, was sind sind - ausgedacht. Zu Ostern, zur Auferweckung Jesu wünsche ich mir allerdings das Unerklärbare, über den Verstand Hinausgehende - nämlich Glauben, tiefes Vertrauen in den Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, uns ins Leben gerufen hat und der Herr ist über den Tod - und das Leben danach!

Nadine Bongard, Fachstelle für Gesellschaftliche Verantwortung

 

 

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