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Es war einmal ein König...

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstlerinnen und Künstler dazu ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen.
Alle Malerinnen und Maler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König zwei am besten. Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.
Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.
Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte.
Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.
Welches Bild gewann den Preis?
Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.
Im Monat November gedenken wir den Opfern der Reichsprogromnacht vor 80 Jahren. Ein schrecklicher Moment deutscher Geschichte und der Umschwung von der Diskriminierung hin zur systematischen Verfolgung von Juden welche im Holocaust gipfelte.
Aber auch heute werden wir immer wieder mit Konflikten auf der ganzen Welt konfrontiert. Seien es die Attentate in Pittsburgh auf eine Synagoge oder die Schießerei in einer Bar in Kalifornien bei der 13 Menschen ums Leben kamen. Aber auch vor unserer Haustür blicken wir den Konflikten ins Auge. Die AFD sitzt inzwischen in allen Landtagen Deutschlands und scheut nicht davor zurück, Menschen und Personengruppen öffentlich zu verurteilen.
Die Bibel fordert uns in den Sprüchen, Kapitel 31, Vers 8 auf: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“

Marco Herrlich
Dekanatsjugendreferent


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