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„Der Schlaf der Vernunft gebiert Monstren“

ist eine berühmte Radierung von Francisco de Goya aus dem Jahr 1799. Auch nach mehr als 200 Jahren ist der Titel so aktuell wie ehedem. Irrwitzige Bedrohungsfantasien, von „Chemtrails“ über „Umvolkung“ bis zum Untergang des Abendlands oder gleich der ganzen Welt, verbreiten sich im Netz, den sozialen Medien und der Presse wie eine Epidemie. Der Erregungspegel steigt. Die Empörungsmaschine wird wegen jeder Kleinigkeit angeworfen, und sei es wegen eines satirisch verfremdeten Kinderlieds. Die Lautstärke wird immer größer, ob im ursprünglichen, oder im übertragenen Sinn durch die Zahl der Ausrufezeichen in Facebook markiert.
Was auf der Strecke bleibt, ist die Vernunft, die kühle Überlegung, der Faktencheck. Auch unter Christenmenschen hat die Vernunft oft einen schweren Stand. „Verkopfung“ ist seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes Schimpfwort, um der Mühe einer rationalen Argumentation aus dem Weg zu gehen, und sich allein auf das „Bauchgefühl“ oder das Herz zu verlassen. Oder man fordert gar, die Vernunft auf dem Altar einer falsch verstandenen Frömmigkeit zu opfern. Doch obwohl tatsächlich ein gutes Herz allemal besser ist als ein hoher IQ, so bleibt es doch ohne den Einsatz des Verstandes blind.
Nicht umsonst gibt auch Jesus seinen Jüngern den Ratschlag mit auf den Weg: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben“ (Mt 10,16) Erst die Kombination von beiden, von einem Herz ohne Hass und einem klaren Verstand, gibt uns eine Chance, die ökologischen, gesellschaftlichen und religiösen Herausforderungen des neuen Jahrzehnts erfolgreich anzugehen. Haben wir dann erkannt, was gut ist und dem Leben dient, so gilt es allerdings auch, beherzt anzupacken, und sich nicht von den Monstren, die der Schlaf der Vernunft gebiert, noch von ihrer Lautstärke irre machen zu lassen. Denn sie sind letztlich nur Hirngespinste, die sich im Licht des Tages in Nichts auflösen werden.

Pfr. Dr. Axel Wengenroth

 

 

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