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Augenblick mal... Dies sollte man Tun und jenes nicht lassen (Lk 11,42)

Dies sollte man Tun…

…In unserem Garten wächst das Unkraut zwischen den gelben Rosen wie verrückt. Heute nehme ich mir Zeit um das Beet sauber zu machen. Die Sonne wärmt mich dabei. Ich hocke auf den Knien und grabe mich mit den Händen durch den Boden. Stück für Stück bekommen die Rosen mehr Luft zum Atmen. Es fühlt sich schön an, den warmen Mutterboden zwischen den Fingern zu spüren. Es tut mir gut, die Hände mal richtig schmutzig zu machen.

…Es ist Sperrmülltag. Meine Nachbarin und ich bringen altgewordenes an den Straßenrand. Der Staub liegt dick auf den alten Regalböden. Ein Schrank ist so schwer, dass wir ihn zersegen müssen, ehe wir die Einzelteile auf den Haufen vor die Tür legen können. Durch den ganzen Staub werden die Handflächen grau und glatt. Es tut mir gut, die Hände mal richtig schmutzig zu machen und mich zusammen mit anderen zu engagieren.
Dies sollte man Tun: ich brauche diese Tage und Wochen wo ich mir die Hände schmutzig mache und mich engagiere

Und jenes nicht lassen…

…In unserem Garten blühen gelbe Rosen. Bei ihrem Anblick, ihrem Duft werde ich ganz Still. Ich bete: Herr Jesus Christus, du bist immer gegenwärtig,  du weißt um mich und nichts ist dir verborgen. Lehre mich Beständigkeit und Geduld, bleibe bei mir und in mir, und lass mich Anteil haben an deiner unendlichen Liebe (B.von Nursia)
… Es ist Sperrmülltag. Nach getaner Arbeit sitzen meine Nachbarin und ich zusammen, trinken Kaffee, reden über Filme, lachen. In ihrem Blick liegt so viel Wärme, die mich ergreift. Ich werde still und bete: Guter Gott, ich danke dir für diesen einen Moment. Ich danke dir, dass du mir Menschen an die Seite stellst, die mein Leben schön machen und die mir Vergewisserung schenken.

Dies sollte man tun und jenes nicht lassen

Ich brauche die Unterbrechung: Tage und Wochen der schmutzigen Hände. Genauso wie Zeiten der Stille und des Gebets. Ich brauche beides: Zeit für mich und Zeit für andere, Phasen der Ruhe und solche des Engagements. Wenn ich mich engagiere, spüre ich das Leben und wo für ich da bin. Das fordert mich und gibt mir den nötigen Nachdruck.  Im Gebet dann finde ich den Raum, meinen Alltag zu ordnen und meinen Weg neu auszurichten im Horizont der Gegenwart Gottes. Ich glaube, es geht, ja es geht nur so. Stilles Gebet und tatkräftiges Engagement, beides ist nötig für ein Leben im Gleichgewicht. Wo Gebet und Arbeit Hand in Hand gehen, da gedeiht das Leben segensreich. Deshalb: Arbeite so, als hinge alles von deinem Einsatz, und bete, als hinge alles von Gottes Handeln ab.

Für die vor uns liegende  Sommerzeit wünsche ich Ihnen genau dieses Beides:  Zeiten für schmutzige Hände und Zeiten der Stille und des Gebets.

Pfarrerin Anne Pollmächer, Montabaur

 

 

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