Besuch im Trachtenmuseum Westerburg
Zeitreise in Tracht und Tradition
dek
24.03.2025
shgo
Artikel:
Download PDF
Drucken
Teilen
Feedback


Der liebevoll organisierte Rundgang durch das Museum in der ersten Etage der Stadtverwaltung wurde von Christine Klein (88 Jahre) und Gisela Scheerer (91 Jahre) mit großer Begeisterung und fundiertem Wissen begleitet.
Christine Klein, die selbst in Siebenbürgen geboren wurde, hat über Jahrzehnte hinweg eine beeindruckende Sammlung von Trachten aus Ost- und Südosteuropa zusammengetragen, auch aus Rumänien, Bulgarien und der Türkei. Mehr als 50 Originaltrachten und Accessoires werden in der Ausstellung gezeigt. Die Sammlung ist in sechs Räumen untergebracht und präsentiert die Trachten auf Schaufensterpuppen.
Besondere Kleidung, Miniaturen und Alltagsgegenstände
Besonders hervorzuheben sind die Brautkleider, der Westerwälder Sonntagsstaat mit dem charakteristischen „Vatermörder“ für Männer sowie ein eigener Raum für Miniaturtrachten, die für Puppen angefertigt wurden.
In einer rekonstruierten „guten alten Stube“ können die Besucher Alltagsgegenstände aus der Zeit um 1850 bis 1870 bewundern, darunter ein Ofen, Bett, Haspel, Spinnrad, Wäscheschrank und ein Kinderkorb.
Ein Highlight für die Besucher war der historische Webstuhl.
Historischer Webstuhl ist voll funktionsfähig
Christine Klein erzählte lebendig von ihrer früheren Tätigkeit auf Historienmärkten, wo sie den gesamten Prozess der Leinenherstellung – vom Flachsbrechen über das Spinnen bis hin zum Weben – demonstrierte. Die Tradition des Webens hat in Westerburg eine lange Geschichte: Bereits im Jahr 1300 wurden hier Leineweber erwähnt.
Neben den Trachten ergänzen Alltagsgegenstände aus dem 19. Jahrhundert sowie Exponate zum Westerburger Adelsgeschlecht die Ausstellung. Viele der Teilnehmenden waren zum ersten Mal im Museum und zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Vielfalt und Detailtreue der Sammlung.
Ausklang bei Kaffee und Kuchen
Der Nachmittag klang bei Kaffee und Streuselkuchen im benachbarten Karl-Herbert-Haus aus. Bei angeregten Gesprächen über Erinnerungen aus dem Westerwald und Siebenbürgen wurden zudem Bilder einer Reise dorthin, die einige Gäste im letzten Jahr unternommen hatten, gezeigt.
Der Besuch im Trachtenmuseum Westerburg war für alle Teilnehmenden ein eindrucksvolles Erlebnis, das nicht nur historische Einblicke, sondern auch eine lebendige Auseinandersetzung mit Tradition und Handwerkskunst bot.
Diese Seite:Download PDFTeilenDrucken